Mitwirkung


Am 12. Mai 2022 fand im Kirchgemeindehaus ein öffentlicher Informationsanlass statt. Nachfolgend können Sie die Präsentation herunterladen.



Die Gemeinde Konolfingen und der Kanton Bern möchten die Meinung der Bevölkerung zu dem erarbeiteten Betriebs- und Gestaltungskonzepts in Erfahrung bringen. Sie werden deshalb gebeten, sich aktiv im Rahmen des öffentlichen Mitwirkungsverfahrens vom 2. Mai bis 3. Juni 2022 zu beteiligen.

Für Ihre Stellungnahme können Sie den Fragebogen sowie die Kommentarzeilen nutzen. Das Projekt wird im Fragebogen kurz erläutert. Ausführlichere Informationen zum Projekt finden Sie in den folgenden Texten und angehängten Plan- und Textdokumenten.

Der Fragebogen liegt am Schalter der Abteilung Bau (Gemeinde Konolfingen, Bernstrasse 1, 3510 Konolfingen, 2. OG) während den Schalteröffnungszeiten auf. Mit dem unten eingefügten Link können Sie den Fragebogen digital ausfüllen: https://de.surveymonkey.com/r/LB8VVRL.

Bitte reichen Sie den ausgefüllten Fragebogen bei der Gemeinde unter der untenstehenden Adresse ein. Vielen Dank.

Gemeinde Konolfingen
Abteilung Bau
Bernstrasse 1
3510 Konolfingen

www.konolfingen.ch

  

Ausgangslage und Einleitung

Für den Kreuzplatz und die angrenzenden Bereiche der Hauptstrassen wird ein Betriebs- und Gestaltungskonzept (BGK) erarbeitet, welches einen verkehrlichen und städtebaulichen Bezugsrahmen für künftige Projekte des Kantons Bern und der Gemeinde Konolfingen bildet.

Der Projektperimeter beinhaltet den Kreuzplatz, die Emmentalstrasse bis zur Kreuzung Mooshausstrasse (inkl. Kreuzung), die Bernstrasse bis zur Bahnunterführung, die Burgdorfstrasse bis zur Einmündung Burgweg (ohne Knoten) und die Thunstrasse bis zum Optiker Schuster.

Der Betrachtungsperimeter ist etwas weiter gefasst, da die Funktion der Hünigenstrasse eine wichtige Rolle bei der Konzeption des Kreuzplatzes spielt.

Ein BGK wird auch als Vorprojekt light bezeichnet, da es sich im Gegensatz zu einem vollwertigen Vorprojekt auf die Gestaltung der Strassenräume von Fassade zu Fassade konzentriert. Der Untergrund, also die Belagsschichten sowie die Werkleitungen, werden dabei noch ausgeklammert.

Ein BGK wird dann erarbeitet, wenn bezüglich Betrieb und Gestaltung noch keine konkreten Vorstellungen vorhanden sind, bzw. wenn nicht geklärt ist, was im bestehenden Querschnitt überhaupt umgesetzt werden kann. In solchen Fällen können im Rahmen des BGK in einem frühen Stadium im Prozess für die unterschiedlichen Teilabschnitte verschiedene Varianten geprüft und anschliessend aufeinander abgestimmt werden. Gleichzeitig kann so auch die Bevölkerung frühzeitig miteinbezogen werden. Diese beiden Punkte führen dazu, dass die Projektierung in den nachgelagerten Projektphasen meist relativ „schlank“ erfolgen kann.

Das vorliegende Projekt ist kein Betriebs- und Gestaltungskonzept im klassischen Sinne, das im weiteren Prozess eins zu eins zu einem Vorprojekt und anschliessend zu einem Bauprojekt ausgearbeitet und dann zum Schluss in einer Etappe umgesetzt wird. Das erarbeitete Betriebs- und Gestaltungskonzept dient als Vision bzw. als Zielbild, welches im Rahmen von einzelnen Projekten in verschiedenen Etappen umgesetzt werden soll. Da die Entwicklung des Bearbeitungsperimeters von verschiedenen Faktoren abhängig ist, wurde ein Zielbild für den kurzfristigen und den langfristigen Zustand erarbeitet (siehe Erläuterung Zielbilder / Visionen).

 

Hintergrund und Auslöser / Defizite

Auslöser für die Erarbeitung des BGK sind die folgenden Punkte:

Geplante Entwicklung Gemeinde

Die Gemeinde Konolfingen plant gemäss Richtplan Raumentwicklung die Belebung der Erdgeschossnutzungen rund um den Kreuzplatz inkl. einer Aufwertung dieses Bereiches. Gleichzeitig gibt es in der Gemeinde viele Entwicklungsgebiete. Die Anforderungen an den öffentlichen Raum um den Kreuzplatz werden sich dementsprechend ändern, auch hinsichtlich des Wegnetzes für den Fuss- und Veloverkehr.

Defizite Fuss- und Veloverkehr

Der Projektperimeter weist heute bezüglich der Infrastruktur des Fuss- und Veloverkehrs Defizite auf. Die Trottoirs sind teilweise zu schmal dimensioniert und nicht alle Fussgängerstreifen weisen eine bauliche Mittelinsel als Querungshilfe auf. Für den Veloverkehr ist heute zudem kein separates Angebot wie Velostreifen vorhanden.

Provisorische Gestaltung und fehlende Aufenthaltsqualität

Der Kreuzplatz weist heute im Strassenraum und den Seitenbereichen eine zum Teil provisorische Gestaltung auf. Auch sind durch die heutige Positionierung der Kreisel gewisse Seitenbereiche schwer nutzbar. Der Kreuzplatz ist – mit wenigen Ausnahmen - im heutigen Zustand kein Ort, an dem man sich gerne aufhält.

Sanierungsbedarf

Einzelne Strassenabschnitte sind sanierungsbedürftig.

Projekt Emmentalstrasse

Für die Emmentalstrasse gibt es ein Vorprojekt des Kantons, da dieser Strassenabschnitt stark sanierungsbedürftig ist. Das Projekt soll anhand des vorliegenden Betriebs- und Gestaltungskonzepts verifiziert und danach ausgerichtet werden.

Geplante Schulzusammenlegung

Es ist geplant, die Schulen in Konolfingen zusammen zu legen. Die Schulzusammenlegung ist zwar kein direkter Auslöser des Projektes, gleichzeitig ist der Kreuzplatz aber Teil des Schulwegnetzes, weshalb in diesem Bereich das Angebot für den Schulverkehr gut und sicher sein muss.

Vorgängig zur Erarbeitung des Betriebs- und Gestaltungskonzepts erfolgte eine umfassende Analyse. Analysiert wurden die Bedeutung des Kreuzplatzes, seine historische Entwicklung, die zu diesem Gebiet vorhandenen verkehrlichen Grundlagen sowie die Erfüllung der Standards Kantonsstrassen. Aus dieser Analyse zusammen mit Eindrücken vor Ort konnten Schwachstellen abgeleitet werden, welche es mit der Umsetzung des Betriebs- und Gestaltungskonzepts zu beheben gilt.

 

 

Zielbilder / Visionen

Projektziele:

  • Aufwertung des Zentrums von Konolfingen zu einem attraktiven Lebensraum rund um den Kreuzplatz und auf den Zulaufästen
  • Eine gute Situation für alle Verkehrsteilnehmenden, namentlich:
    • Erhöhung Verkehrssicherheit für den Veloverkehr
    • Behebung der Defizite für Fussverkehr hinsichtlich Dimensionierung und Führung
    • Sichere Führung des Schulverkehrs
    • Gewährleistung der Funktionen der Kantonsstrassen und gleichzeitige verträgliche Abwicklung des motorisierten Verkehrs
    • Sicherstellung Betrieb öffentlicher Verkehr
  • Unterstützung Belebung des Zentrums mit dafür geeigneter Strassenraumgestaltung
  • Schaffen von Rahmenbedingungen zur Belebung des Zentrums mit dafür geeigneter Strassenraumgestaltung.

Die Gestaltung des Strassenraums hängt massgeblich von der Entwicklung des Umfelds der Strassen bzw. der an den Strassenraum angrenzenden Nutzungen ab. Die Umsetzung der angedachten Strassenraumgestaltung erfolgt somit in mehreren Etappen. Als Bestvariante wurden deshalb sowohl eine kurz- als auch eine langfristige Version erarbeitet. Diese Zielbilder beruhen auf folgenden Stossrichtungen:

1. Stossrichtung: Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden

Alle Verkehrsmittel sollen gleichberechtigt behandelt werden. Gleichzeitig soll die Funktion als Kantonsstrasse für den motorisierten Verkehr weiterhin gewährleistet werden. Die Infrastruktur für den Fussverkehr wird hinsichtlich Sicherheit, Direktheit und Dimensionierung verbessert: Verbreiterung der Trottoirs, Verdichtung des Wegnetzes von / zu den verschiedenen Zielpunkten (u.a. Verbindung Bahnhof – Emmentalstrasse – Hünigenstrasse), Schaffen von sicheren Querungsmöglichkeiten. Für den Veloverkehr wird trotz der beengten Platzverhältnisse die Verkehrssicherheit mit verschiedenen Massnahmen erhöht.

2. Stossrichtung: Förderung der Aufenthalts- und Durchgangsqualität spezifisch auf den jeweiligen Ort abgestimmt

Öffentliche Aufenthalts- und Durchgangsorte werden situationsbezogen aufgewertet. Im Bereich des Kreuzplatzes wird die Lage der Kreisel optimiert, um die Flächen besser nutzbar zu machen. Entlang der Strassenzüge werden Vorschläge je nach Nutzungsentwicklung und abgestimmt auf den jeweiligen Ort ausgearbeitet.

3. Stossrichtung: Spezifische Ausbildung der Elemente abgestimmt auf die Bedürfnisse des Schulverkehrs

An den öffentlichen Raum im Bearbeitungsperimeter bestehen verschiedene Anforderungen, z.B. hinsichtlich des Schulverkehrs. In diesem Zusammenhang wird die Ausbildung der Querungsstellen je nach Ort auf die konkreten Bedürfnisse abgestimmt. Dies gilt auch für das Thema Benutzung der Seitenbereiche für den Veloverkehr

4. Stossrichtung: Ausrichtung der Zielbilder auf die angestrebte Entwicklung der Gemeinde Konolfingen

Gemäss Richtplan Raumentwicklung ist im sogenannten «Dichtebogen» bei der Bebauung und Nutzung eine Entwicklung geplant, die höher bzw. dichter ist als heute. An dieser Entwicklung orientieren sich die erarbeiteten Zielbilder hinsichtlich der Gestaltung des öffentlichen Raumes, um die geplante Entwicklung mit der richtigen Dimensionierung und Gestaltung unterstützen zu können. Für die Seitenbereiche wurden in diesem Zusammenhang Vorschläge bezüglich einer möglichen Gestaltung erarbeitet. Diese Vorschläge sind nicht als fix umzusetzende Massnahmen zu verstehen, sondern als Anregungen.